Kennzeichnung und Verpackung: Was auf das Etikett muss
Warum richtige Kennzeichnung wichtig ist
Eine korrekte Kennzeichnung und geeignete Verpackung sind nicht nur rechtliche Pflichten, sondern dienen vor allem der Verbraucherinformation, der Produktsicherheit und der Rückverfolgbarkeit. Für Eier und ähnliche Frischeprodukte sind Angaben wie Herkunftscode, Haltungsform, Legedatum und Mindesthaltbarkeitsdatum besonders relevant. Darüber hinaus müssen Verpackungsmaterialien lebensmittelecht sein und dem Schutz sowie der Lagerfähigkeit des Produkts dienen.

1. Herkunftscode (Erzeugercode): Wie lese ich ihn?
Der Herkunftscode auf Eiern besteht typischerweise aus drei Teilen: einer Ziffer für die Haltungsform, dem Länderkennzeichen (z. B. DE für Deutschland) und einer Betriebsnummer. Beispiel: 0-DE-1234567. Die erste Ziffer bedeutet:
- 0 = ökologischer Landbau (Bio)
- 1 = Freilandhaltung
- 2 = Bodenhaltung
- 3 = Käfighaltung (in vielen Ländern stark reglementiert oder verboten)
Die Betriebsnummer ermöglicht die Rückverfolgbarkeit bis zum Erzeuger. Für Händler und Behörden ist diese Information essenziell bei Rückrufen oder Qualitätsprüfungen.
2. Haltungsform: Pflichtangabe und Verbraucherinformation
Die Haltungsform (die eingangs genannte Ziffer) muss für Eier deutlich sichtbar sein. Sie gibt dem Käufer Auskunft über die Tierhaltung und ist oft Grundlage für Kaufentscheidungen. Achten Sie bei der Gestaltung des Etiketts auf gut lesbare Schriftgrößen und Kontraste; ergänzende Begriffe wie „Bio“, „Freiland“ oder „Bodenhaltung“ können zusätzlich angegeben werden, sofern sie korrekt und gegebenenfalls zertifiziert sind.
3. Legedatum: Was bedeutet es und wie wird es angegeben?
Das Legedatum gibt an, wann die Eier gelegt wurden. Es wird in der Regel im Format TT.MM.JJJJ oder als entsprechend kodierte Angabe auf der Verpackung aufgedruckt. Für Verbraucher ist das Legedatum wichtig, da es die Frische der Eier unmittelbar anzeigt. Aus betriebswirtschaftlicher Sicht erleichtert das Legedatum zudem die Chargenverwaltung.
4. Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) bei Eiern
Das Mindesthaltbarkeitsdatum informiert darüber, bis zu welchem Datum das Produkt bei sachgemäßer Lagerung seine spezifischen Eigenschaften behält. Bei rohen Eiern wird häufig ein Zeitraum von etwa 28 Tagen ab Legedatum als Richtwert für das MHD genannt. Hinweis: nationale Vorschriften können abweichen; bei verarbeiteten Produkten oder bei speziellen Hygieneverfahren gelten andere Fristen. Geben Sie das MHD gut sichtbar an und ergänzen Sie nach Möglichkeit Lagerbedingungen (z. B. „bei max. 7 °C lagern“).
5. Weitere Pflicht- und Empfehlungsangaben auf dem Etikett
- Name und Anschrift des Herstellers oder Verpackers
- Los- oder Chargennummer für die Rückverfolgbarkeit
- Anzahl der Stücke oder Gewicht / Nettofüllmenge
- Aufbewahrungshinweise (Temperatur, kurzfristiger Verbrauch nach Anbruch)
- Informationen zu Allergenen, falls relevant (z. B. bei verarbeiteten Waren mit Eizusatz)
- Ggf. Siegel und Zertifikate (z. B. Bio-Siegel), nur wenn gültig und nachprüfbar
6. Anforderungen an Verpackungsmaterialien
Verpackungsmaterialien für Lebensmittel müssen:
- für den Lebensmittelkontakt zugelassen sein (keine Migration schädlicher Stoffe)
- mechanisch schützen (Stoß- und Bruchschutz)
- geeignete Barriereeigenschaften besitzen (gegen Feuchtigkeit, Gerüche, Fremdstoffe)
- bei deklarierter Kompostierbarkeit oder Recyclingfähigkeit den jeweiligen Normen entsprechen
- Druckfarben, Klebstoffe und Lacke müssen lebensmittelecht sein und dürfen nicht durch Abgabe die Lebensmittelqualität beeinträchtigen
Gängige Materialien sind Lebensmittelkarton, Wellpappe und bestimmte Kunststoffe (z. B. PP, PET). Wenn Sie Kunststoff verwenden, sollten Sie die Materialkennzeichnung (z. B. Recycling-Code) auf dem Etikett oder der Verpackung angeben, sofern dies Teil Ihrer Nachhaltigkeitskommunikation ist.
7. Praktische Hinweise für Etikettendesign und Druck
- Klare, gut lesbare Schriftarten und Mindestschriftgrößen einhalten
- Wasser- und fettabweisende Druckverfahren verwenden, damit Informationen nicht verwischen
- Platz für gesetzlich erforderliche Angaben freihalten (keine Werbung überlagern)
- Tamper-evident-Lösungen oder Versiegelungen in Erwägung ziehen, wenn der Produktschutz kritisch ist
8. Rechtlicher Hinweis und Empfehlungen
Die konkreten Pflichtangaben und Fristen können je nach Land und Produkttyp variieren. Für verbindliche Auskünfte und die rechtskonforme Umsetzung sollten Sie die jeweils geltenden nationalen und EU-Vorschriften prüfen oder die Lebensmittelüberwachungsbehörde bzw. einen fachkundigen Rechtsberater konsultieren. Als gutes Praxisverfahren empfehlen sich eine klare Dokumentation der Chargen, regelmäßige Kontrollen der Druckqualität und die Auswahl geprüfter, lebensmittelechter Verpackungsmaterialien.
Fazit: Eine korrekte Kennzeichnung erhöht die Verbraucherzufriedenheit, erleichtert die Rückverfolgbarkeit und schützt vor Haftungsrisiken. Sorgfältig ausgewählte, lebensmittelechte Verpackungen und eine transparente, gut lesbare Etikettierung sind daher unverzichtbar.
